Beispiel 2: “Himmel über Havanna” von Klaus Renn

  • havanna_600Die erste Maßnahme besteht darin, den Horizont gerade zu rücken. Auch wenn nur ein kleines Stückchen Horizont sichtbar ist, fällt es dem Betrachter sofort ins Auge, wenn er “schief” ist.
  • Dann gleiche ich Verzerrungen der Kameralinse aus; vor allem die Häuserlinien auf der rechten Seite richte ich senkrecht nach oben aus. Dabei fällt bereits ein Stück Bildausschnitt weg. Ich überlege daraufhin, ob auch hier (wie bereits im ersten Bildbeispiel) ein quadratisches Format denkbar wäre.
  • Dann folgen eine Tonwertkorrektur und eine Anpassung der Gradation, um die Helligkeiten der verschiedenen Bildbereiche zu optimieren. Die Herausforderung besteht darin, eine gute Balance zu finden zwischen der Helligkeit des Gesamtbildes (nicht zu hell, nicht zu dunkel) und der Erzeugung eines Kontrasterlebens bei der Gischt vorne links.
  • Links oben befindet sich ein dunkler Fleck, vermutlich durch Vignettierung. Diesen helle ich leicht auf mit dem Abwedler.
  • Nachdem ich das Bild mehrmals links und rechts beschnitten habe, entscheide ich mich endgültig für ein quadratisches Endformat. Um dieses zu realisieren, verwende ich noch (ganz sachte) die Funktion “inhaltsbewahrendes Skalieren”.
  • Schließlich hole ich den Himmel noch den letzten Kontrast heraus, indem ich eine zweite Ebene erzeuge, und ein zweites Mal eine Tonwertkorrektur und eine Anpassung der Gradation vornehme, diese Ebene maskiere und nur den Himmel “durchschauen” lasse.
  • Am Ende werden die einzelnen Farben des Bildes noch sanft hervorgehoben und justiert (“Farbbalance”), vor allem, um den leichten Grünstich zu entfernen.
  • Auch dieses Bild wird nachgeschärft, mit einem dezenten Rahmen versehen und für den Druck vorbereitet (optimale Druckauflösung). Ich drucke es auf schwerem “Museum Etching”-Karton von Hahnemühle.

himmel ueber havanna 760