Beispiel 3: “Das Universum in einer Qualle”

  • qualle_unbearbeitet_450Zunächst verändere ich die Neigung in der dritten Dimension mit dem “Objektivkorrektur”-Filter. Entsprechend entstehende Leerflächen am Bildrand, die dabei sichtbar werden, “stemple” ich behutsam mit dem Kopierstempel aus und schneide das Bild nochmal neu zu.
  • Dann helle ich leicht auf und erweitere den Kontrastumfang. Mir fällt dabei auf, dass der Schatten ein Teil der Bildaussage ist.
  • Ich nehme eine Tonwertkorrektur auf den einzelnen Farbkanälen (R, G, B) vor.
  • Ich möchte die schönen Muster innerhalb der Qualle deutlicher hervorholen. Dazu erstelle ich eine zweite Ebene, und drehe den Kontrast extrem auf. Dann maskiere ich diese Ebene und lasse das Bild mit dem hohen Kontrast nur noch da durchschauen, wo es notwendig ist: Nämlich im “Inneren” der Qualle. Außerdem schärfe ich diesen inneren Bereich noch nach (Stärke 144%, Radius 2,2 px), so dass die feinen Linien deutlicher hervortreten. Dann führe ich die beiden Ebenen wieder zusammen und führe eine Korrektur der Farbbalance (Cyan-Rot, Magenta-Grün, Gelb-Blau) durch, um das neu entstandene Mischbild wieder in einen ausgeglichenen farblichen Zustand zu bringen. Entscheidend ist dabei, das Empfindung von “Leuchten” zu erzeugen, das ich im Inneren der Qualle wahrnehme, und das sich vom Äußeren, eher unscheinbaren Sand abheben soll.
  • Irgendwie gefällt mir noch nicht, dass das Innere noch immer etwas blass ist. Da geht noch mehr. Ich erzeuge ein ganz krasses Extrembild, mit Hilfe der “Gradationskurven”-Funktion. Das entstehende Bild kommt in eine neue Ebene. Dann probiere ich verschiedene Füllmethodenänderungen aus (d.h. die Art, wie die obere Ebene mit der darunterliegenden Ebene “verrechnet” wird). Hängen bleibe ich bei der Methoden “Luminanz”, d.h. das Bild, das entsteht, ist fast zweifarbig (Rot und beige). Dann mache ich dasselbe wie vorhin noch einmal: Maskieren der Ebene, nur “durchschauen lassen” des inneren Bereichs. Am Ende regle ich noch die Deckkraft der zweiten Ebene so, dass das Leuchten des Inneren gut zum Dunkel des Schattens auf der Bildunterseite passt.
  • Ich beschneide das Bild rechts noch etwas, um einen ausgewogenen, harmonischen Gesamteindruck zu erzeugen (“Goldener Schnitt”).
  • Ich reduziere wieder auf eine Gesamtebene, schärfe noch einmal leicht nach (nur sehr behutsam, damit der innere Bereich nicht künstlich aussieht) und setze alles in einen Rahmen.

Das Bild erzeugt ein leichtes Schaudern. Diese Qualle ist wie das gesamte Universum in einem kleinen Ding. Wie ein Schatzkästchen, das in der Natur von selbst wächst. Man kann hinschauen und sieht… alles. Alles, was ist.
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